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Facebook aus der Sicht des hessischen Datenschutzbeauftragten (18.05.2021)

In der FAZ vom 18.05.2021 stand ein interessantes Interview mit Alexander Roßnagel, Hessischer Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit. In diesem Beitrag werden verschiedene Themen des Datenschutzes u. a. hinsichtlich der "Luca"-App und des tolerierten Graubereichs bei der Nutzung von Systemen amerikanischer Anbieter in Schulen während des Distanz-Unterrichts beleuchtet. Einen Absatz widmet Alexander Roßnagel Facebook, zu dem auch WhatsApp und Instagram gehören. Die Aussage ist so treffend und klar, dass sie hier wörtlich zitiert wird:

[Frage der Interviewer:] "Wie steht es um den Datenschutz in den sozialen Medien?"
[Antwort von Alexander Roßnagel:] "Nehmen wir zum Beispiel Facebook. Das ist eine Werbeagentur, die individualisierte Werbung verkauft. Die nötigen Informationen über die Nutzer geben diese selbst preis, indem sie sich und ihr Ego freimütig der ganzen Welt präsentieren. So erfährt Facebook, wie man die Leute verführt, Produkte oder Meinungen zu kaufen. Facebook verdient an jeder Sekunde, die man es nutzt. Jeder Einzelne wird darum mit den Informationen und Nachrichten versorgt, die er gern liest. So entstehen Filterblasen, in denen Meinungen durch eine extreme Einseitigkeit massiv manipuliert werden. Die Profile, die dabei erstellt werden, sind umfangreicher, als sie der Verfassungsschutz hat. In den USA sind Unternehmen wie Facebook verpflichtet, die Nachrichtendienste mit Informationen zu unterstützen."

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Hintertür für Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen: Bewertung aktueller Vorschläge (04.03.2021)

Boxcryptor, der Anbieter solider Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit Sitz in Augsburg, hat eine lesenswerte Zusammenfassung über denkbare Möglichkeiten, die erwähnten Backdoors technisch umzusetzen, sowie die damit verbundenen Konsequenzen. Sie finden diese Darstellung hier unter diesem Link. Top

Frühere Beiträge zu diesem Thema: 10.12.2020, 20.01.2021, 30.01.2021

Software-Unternehmen wenden sich gegen die Einführung von Crypto-Backdoors (30.01.2021)

Anlässlich des Europäischen Datenschutztages 2021 wehren sich vier Anbieter von Apps für sichere verschlüsselte Kommunikation (Protonmail, Threema, Tresorit, Tutanota) mit einer Resolution gegen die von Politikern weiterhin forcierte Absicht, Schwachstellen in die Verschlüsselungen der Apps einzubauen, um Sicherheitsbehörden zur Gefahrenabwehr das Auswerten der Kommunikation zu ermöglichen. Es bedarf sicher keines Hinweises, dass Schwachstellen auch zu anderen Zwecken und von anderen "Interessenten" gern genutzt werden. Lesen Sie hier diese Resolution der drei schweizer und des einen deutschen Anbieters. Top

EU-Kommission gegen Schwächung der verschlüsselten Kommunikation (20.01.2021)

Die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson aus Schweden nimmt eindeutig Stellung gegen die Absichten mancher Innen- und Sicherheitspolitiker, die Verschlüsselung der Kommunikation über das Internet z. B. mit Messengern wie Signal, Threema, WhatsApp zu schwächen. Einzelheiten können Sie in diesem Online-Artikel von com! nachlesen. Im Dezember 2020 gab es aus der EU-Kommission andere Signale, über die auch hier berichtet wurde. Wie wird dieses Dilemma gelöst werden? Top

„WhatsApp aktualisiert seine Nutzungsbedingungen" (16.01.2021)

Ihre Antwortmöglichkeiten auf diese seit Jahresanfang von WhatsApp verteilte Nachricht: „Ich akzeptiere" oder Sie müssen WhatsApp verlassen. Bis zum 8. Februar 2021 müssen Sie sich entscheiden. Offenbar nutzen bisher Millionen WhatsApp-Nutzer diesen Anstoß zu einem Wechsel des Messengers. In der FAZ vom 16.01.2021 wird berichtet, dass WhatsApp diese Frist nun bis Anfang Mai 2021 verlängert. Für viele Nutzer war die Aussage, dass WhatsApp ihre Daten nach der Änderung der Bedingungen auch anderen Unternehmen der Facebook-Gruppe zur Auswertung überlässt, der Auslöser für einen Wechsel zu einem anderen Anbieter. Doch welche Alternative ist vertrauenswürdig?

In der Ausgabe der c't 03/21 werden sieben Messenger-Dienste, u. a. Telegram, Threema und Signal mit WhatsApp verglichen. In der FAZ vom 14.01.2021 werden sechs Messenger vorgestellt, darunter die drei gerade genannten. Leider sind diese beiden Pressequellen für Nicht-Abonennten nur in einer Übersicht zugänglich.

Threema jedoch hat, sicher auch aus Marketinggründen, am 12.01.2021 einen eigenen Vergleich frei zugänglich ins Internet gestellt. Dieser tabellarisch aufgebaute Vergleich der Messenger von Threema, Signal, Telegram und WhatsApp ist aufschlussreich und entspricht in den Ergebnissen den beiden zuvor erwähnten Vergleiche. Sie als Leser dieser Zeilen finden dort eine sichere Basis, um sich für den Ihnen genehmen Messenger zu entscheiden.

Eine Tatsache darf bei aller Freude über vertrauenwürdigere Alternativen nicht verschwiegen werden: WhatsApp ist der "Platzhirsch" mit geschätzt 2 Milliarden Nutzern. Daran kommt bisher kein anderer Dienst heran.

(Siehe auch den Absatz: "WhatsApp: Alternativen ohne Schnüffeln" vom 05.04.2019) Top

Die Quadratur des Kreises: Verschlüsselung à la EU (10.12.2020)

Sicherheitsbehörden in vielen Ländern ist die verschlüsselte Kommunikation, die inhaltlich nicht mitgelesen werden kann, ein Dorn im Auge. Manche Staaten sind sehr rigide und untersagen Verschlüsselungen. Und manche Firmen, z. B. Apple, passen sich zum Schutz ihrer Geschäfte in diesen Ländern an, indem sie bestimmte Produkte dort nicht mehr oder angepasst ausliefern. Diese Staaten sind auch bekannt für eine weitgehende Überwachung ihrer Einwohner.

Nun plant auch die EU, „zuständigen Stellen“ das Mitlesen verschlüsselter Nachrichten zu ermöglichen. Gleichzeitig soll aber die Vertraulichkeit der Nachrichten gegenüber allen anderen, von Providern bis Hackern, die auch Zugriff auf diese Kommunikation haben, durch sichere Verschlüsselung gewahrt werden. Das ist die Quadratur des Kreises, von der man seit der Antike weiß, dass sie mit Zirkel und Linear nicht möglich ist. Lesen Sie hierzu einen Artikel aus der Zeitschrift „c’t“ vom 05.12.2020, Heft 26/2020.

Seit den Enthüllungen von Edward Snowden 2013 zur weltweiten Überwachung der Internet-Kommunikation ist bekannt, was bereits möglich und „natürlich“ auch gemacht wird. Offenbar reicht das neben den legalen Möglichkeiten manchen Stellen in der EU nicht. Top

Wem gehören die Daten über uns? - Apple und der Datenschutz (27.11.2020)

Seit ein paar Jahren rückt Apple den Schutz der Daten, die über uns beim Nutzen des Internets anfallen, technisch und publizistisch in den Vordergrund. Große Aufmerksamkeit dieser Bestrebungen erregte ein Vorfall 2015/2016, als Apple sich erfolgreich dem FBI widersetzte, das iPhone eines Verbrechers zu entsperren. Letztlich gelang dem FBI die Entsperrung des iPhones. (Einzelheiten über den Vorgang selbst können Sie in einem SPIEGEL-Artikel von 2016 nachlesen, die technischen Konsequenzen, Stand 2020, finden Sie bei Heise oder in der New York Times). Selbstverständlich geht das Hase-und-Igel-Spiel zwischen der Verbesserung des Datenschutzes durch Apple und den „Hackern“ der Geheimdienste weiter.

Diese publizitätsträchtige Auseinandersetzung zwischen Apple und dem FBI war auch Startpunkt für entsprechende Werbung, in der Apples Datenschutz und Datensicherheit sowie konkrete Umsetzungsmaßnahmen hervorgehoben wurden. So erlegt Apple App-Herstellern strenge Regeln auf. Beispielsweise müssen Apps aus dem Apple-Store den Nutzer fragen, ob persönliche Daten erhoben werden dürfen. Ebenso ist ein „Tracking“ der App-Nutzer über mehrere Apps und Websites untersagt. So wird es schwieriger, genaue Nutzer-Profile anzulegen und teuer zu verkaufen. Das gefällt Facebook und anderen großen Datensammlern gar nicht, weil deren Werbegeschäft beeinträchtigt wird (s. com!).

Der Ansatz von Apple ist aller Ehren wert, auch wenn Apple selbst weiterhin den Datenzugriff haben wird. Die übrigen Datensammler werden jedoch sicher nach Auswegen suchen, denn Ihr Gerät ist nämlich über die Internetverbindung identifizierbar z. B. anhand seiner technischen Ausstattung und der installierten Programme.

Gesammelt wird überall, wo es geht, nicht nur in Smartphones und Notebooks, auch in modernen Autos, mit Fitness-Uhren, über „Smart-TVs“ und „Smart-Metern“, … Und nicht zu vergessen: die Anwendungen von Google, Amazon, ... Doch wem gehören die Daten über uns? Eine unbeantwortete Frage. Hier hilft auch keine DSGVO, die uns auch die ständige Cookie-Zustimmungsabfrage beim Surfen beschert hat. Es wird weitergesammelt werden. Deshalb: Gehen Sie sparsam mit Ihren Daten um! Top

Google ... (Ergänzung) (20.01.2020)

"Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir wissen mehr oder weniger, worüber du nachdenkst."
Zitat von Eric Schmidt, u. a. langjähriger CEO bei Google, in einem Interview beim "Second Annual Washington Ideas Forum" am 1. Oktober 2010 Top

Google freut sich über Ihren Besuch (18.01.2020)

In der FAZ vom 18.01.2020 steht die Meldung, dass Alphabet, die Mutter von Google, mehr als 1 Billion Dollar wert ist. Wie schafft es ein Konzern, der für uns Internet-Normal-Nutzer viele kostenlose Angebote bereithält, monetär so wertvoll zu werden? Wenn Sie das verstehen wollen, dann lesen Sie bitte diesen Beitrag im Internetdienst der Neuen Westfälischen (www.nw.de).

Es ist an Ihnen, wie verschwenderisch Sie mit Ihren persönlichen Daten umgehen oder ob Sie bei jedem Besuch großzügige Gastgeschenke übergeben. Wenn Sie jetzt unsicher geworden sind, kommen Sie zu uns. Wir beraten Sie gern. Top

Windows 7 jetzt abschalten (08.12.2019)

Seit langem ist bekannt, dass Microsoft die kostenlose Versorgung von Windows 7 mit Funktions- und Sicherheitsaktualisierungen 2020 einstellt. Am 14. Januar 2020 ist es soweit. Dann gibt es nur noch kostenpflichtige Aktualisierungen für Firmenkunden.

Mit nicht geschlossenen Sicherheitslücken sollte kein Computer das Internet nutzen. Wenn Sie Ihren Windows 7 PC weiterhin nicht nur lokal, sondern mit Verbindung zum Internet nutzen wollen, ist jetzt die Zeit zum Umstieg entweder auf Windows 10 oder auf Linux. Bisher konnten die meisten Windows 7 Rechner ohne größere Schwierigkeiten auf Windows 10 aktualisiert werden. Ältere, schwächere PCs kommen fast immer mit einem Linux-System zurecht.

Wechseln Sie jetzt! Die Zeit drängt, noch können Sie kostenlos auf Windows 10 wechseln. Linux-Systeme sind für Privatanwender ebenfalls kostenlos. Kommen Sie zu uns; wir beraten Sie gern und stellen Ihren Rechner auf Wunsch auch um. Top

Sicherheits-Checkliste (28.09.2019)

Die renommierte Computer-Zeitschrift „c't“ hat in ihrer Ausgabe 21/2019 vom 27.09.2019 eine aktualisierte Sicherheits-Checkliste veröffentlicht, in der Einstellungsempfehlungen für PC, Smartphone, "Social Media" wie WhatsApp etc. gegeben werden. Neu hinzugekommen sind Hinweise zum immer bedeutender werdenden Online-Banking. Sie können in diesem verständlich geschriebenen Heftchen nützliche Anregungen lesen, bei deren bedarfsgerechten Umsetzung auf Ihren Geräten wir Sie gern unterstützen.

Erneut wird auch unter dem Motto "Kein Backup - kein Mitleid" betont, wie wichtig es ist, zur Rettung bei "PC-Pannen aller Art" aktuelle Backups zur Verfügung zu haben. Auch hierbei helfen wir Ihnen gern. Top

Datenschutz und Privatsphäre – Wunsch und Wirklichkeit (26.07.2019)

Seit Mai 2018 ist die „Datenschutz-Grundverordnung“ (DSGVO) der EU in Kraft. Dazu hat die verantwortliche EU-Kommissarin Věra Jourová einen ersten Erfahrungsbericht vorgestellt (siehe https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/dsgvo-eu-kommission-lobt-datenschutz-16300854.html). Dort ist zu lesen: „Die neuen Regeln der DSGVO erlaubten es Bürgern und Unternehmen, im zunehmend digital geprägten Zeitalter auf einen wirksamen Datenschutz zu vertrauen, sagte EU-Justizkommissarin Věra Jourová…“

Diesem Beitrag folgte am 25.07.2019 in der FAZ ein Artikel mit der Überschrift „Datenschutz mit Lücken“ (https://edition.faz.net//faz-edition/medien/2019-07-25/datenschutz-mit-luecken/337125.html/). Dort ist zu lesen: „Drei Forscher von der Université catholique de Louvain und des Imperial College London haben nun herausgefunden, dass dieser Schutz mit Hilfe Künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens ausgehebelt werden kann. Der Handel mit „Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen“ ist nach DSGVO untersagt, jedoch nicht die Weitergabe von anonymisierten oder pseudonymisierten Daten. Solche Datensätze werden z.B. von Unternehmen, Behörden u.a. im Internet frei zugänglich bereitgestellt. Aber auch beim Surfen im Internet können über Browser und deren Zusatzprogramme (Add-ons) solche Daten gesammelt werden. Die Forscher konnten zeigen, dass der Schutz durch Anonymisierung „nicht annähernd ausreicht, um die Privatsphäre der Leute zu schützen.“

Die erste bekannte Re-Identifizierung anonymisierter Daten machte 1997 die amerikanische Datenschutzexpertin Latanya Sweeney öffentlich, als sie im Stil einer ‚Rasterfahndung‘ nur mit Hilfe des Geschlechts, Geburtstags und Wohnorts den damaligen Gouverneur von Massachusetts … aus einem Satz von Gesundheitsdaten identifizierte. Im Jahr 2000 zeigte Sweeny, dass (übersetzt) „87 Prozent aller US-Amerikaner mit nur drei Merkmalen eindeutig identifiziert werden konnten: Postleitzahl, Geburtsdatum und Geschlecht.“ (https://arstechnica.com/tech-policy/2009/09/your-secrets-live-online-in-databases-of-ruin/) Diese Möglichkeiten bestehen auch mit der DSGVO fort, heute unterstützt von vermehrt gesammelten Daten und mächtigeren EDV-Mitteln.

Eine Untersuchung der australischen Datenschutzbehörde OAIC kommt zu dem Schluss (übersetzt): „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass selbst stark … anonymisierte Datensätze den modernen Anonymisierungsstandards der GDPR [DSGVO] nicht gerecht werden und die technische und rechtliche Angemessenheit des De-Identifizierungs-…Modells ernsthaft in Frage stellen werden.“ (https://www.nature.com/articles/s41467-019-10933-3)

So bleibt von der eingangs erwähnten Aussage der EU-Kommissarin ein unangenehmer Nachgeschmack. Auch ist derzeit nicht zu erkennen, dass der gesetzliche Rahmen weiterentwickelt wird. Ebenso sind keine Tendenzen auszumachen, dass verpflichtend bessere Anonymisierungsverfahren eingesetzt werden.

Als Internet-Nutzer können Sie diesen Mechanismen nicht ausweichen. Sie können allerdings bewusst und überlegt mit Ihren Daten umgehen: wo surfen Sie im Internet, wie surfen Sie dort (weitgehend) anonym, welche persönlichen Daten geben Sie preis etwa in Registrierungsfelder z.B. bei Anmeldungen, Nutzerbefragungen oder bei Gewinnspielen. Wir beraten Sie hierzu gern. Top

WhatsApp: Alternativen ohne Schnüffeln (05.04.2019)

In der FAZ vom 26.03.2019 beschreibt Michael Spehr fünf Alternativen zum Schnüffelprogramm WhatsApp: "WhatsApp gehört seit 2014 zu Facebook, die Gründer haben das Unternehmen verlassen, und WhatsApp gibt entgegen ursprünglicher Beteuerungen private Nutzerdaten an Facebook weiter". Wie Facebook mit solchen Daten verfährt, sollte bekannt sein. Grund genug also, sich nach anderen Möglichkeiten umzusehen. (Einen erschöpfenden Überblick bietet diese Tabelle.)

Wenn man sinnvolle Auswahl-Kriterien wie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Nachrichten, sichere Verwahrung des Schlüssels auf Ihren Geräten, Überprüfbarkeit der App-Software, Nutzbarkeit auf Android und iOS, Verbreitung vorgibt, bleiben fünf namhafte Gegenvorschläge zu WhatsApp: Line, Signal, Threema, Viber und Wire. Davon sind Signal und Threema die wichtigsten. Ein Manko aller alternativen Messenger ist leider die im Vergleich zum Platzhirsch WhatsApp wesentlich geringere Nutzerzahl. 

Als klaren Sieger benennt Spehr das kostenlose Programm "Signal", das auch Edward Snowden empfohlen hat und das der Favorit der "Netzelite" sei. Die wesentlichen Gründe: völlige Transparenz des Programms (Open Source), geringst mögliche Nutzerdatenspeicherung (nur Registrierungsdaten und Zeitpunkt des letzten Einloggens).

Hierzu ein vielsagender Hinweis: Die gemeinnützige Signal-Stiftung erhielt laut Wikipedia 2018 vom WhatsApp-Gründer Brian Acton ein Startkapital von 50 Millionen US-Dollar!

Eine mögliche Alternative ist auch das Schweizer Programm Threema (einmalige Kosten: 2,99 € für Android, 3,49 € für iOS). Der Verschlüsselungsteil der Software ist zugänglich; der Rest ist Firmengeheimnis. Man muss also Threema vertrauen. Dies versucht Threema zu erleichtern, indem es sich kürzlich von der FH Münster vollständig untersuchen ließ. Laut Audit-Bericht wurden keine kritischen Schwachstellen gefunden; entdeckte kleinere Mängel wurden inzwischen behoben. Sollten Sie einen Standort in Europa vorziehen, wählen Sie Threema.

Sie sollten in jedem Fall umsatteln! Wir empfehlen Signal.

Nun müssen Sie es nur noch tun. Machen Sie einen Anfang und überzeugen Sie Ihre Bekannten, damit sich die bessere Lösung durchsetzt und durch den größeren Nutzerkreis attraktiver wird. Top

Suchmaschine Startpage besser als Google (30.03.2019)

Die Stiftung Warentest hat 10 Suchmaschinen getestet und die Ergebnisse im aktuellen Heft „test“ 04/2019 veröffentlicht (https://www.test.de/Suchmaschinen-im-Test-Eine-schlaegt-Google-5453360-0/). Das Ergebnis überrascht nicht: Google ist eine sehr gute Suchmaschine mit besten Suchergebnissen, aber „Startpage“ (https://www.startpage.com/de/) ist besser, weil bei gleicher Qualität der Suchergebnisse der Datenschutz besser gewahrt wird. Startpage sendet weniger Daten an die verwendete Suchmaschine Google, so dass die angezeigten Ergebnisse nicht personalisiert sind. Das bedeutet, dass z. B. Suchergebnisse und eingeblendete Anzeigen nicht auf das Profil des Suchenden abgestimmt werden können und dadurch neutral sind.

Startpage hat seinen Sitz in den Niederlanden und unterliegt damit den strengeren Datenschutz-Richtlinien der EU. Ein paar Einzelheiten zu Startpage lesen Sie hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Startpage.

Dieser Test bestätigt unsere Beratung: seit vielen Jahren schlagen wir Startpage, zuvor das in Startpage aufgegangene Ixquick, als Standardsuchmaschine vor und richten sie dann ein. Top

Gefährlicher Computerschädling unterwegs (27.12.2018)

Seit ein paar Wochen wird der Trojaner „Emotet“ in Anhängen von Mail-Nachrichten verbreitet. Einzelheiten können Sie z. B. bei Heise Security nachlesen. Die Entwicklung von Emotet ist so weit fortgeschritten, dass er unter dem Radar von Virenwächtern auf PCs gelangen kann, wenn der Mail-Empfänger nicht zusätzlich argwöhnisch aufpasst. Im Zweifel öffnen Sie nicht den Anhang; denn dann kann der Trojaner aktiv werden. Ist er erst einmal auf Ihrem Windows-Rechner fleißig, spioniert er z. B. Ihr Adressbuch aus und kann weitere Schadmails unter Ihrem Namen versenden. Daraus folgt auch, dass selbst bei Mails mit Anhängen von bekannten Absendern Misstrauen angezeigt ist. Außerdem lädt er weitere Schadsoftware nach. Öffnen Sie fragliche Anhänge besser nicht. Wir helfen Ihnen bei der Analyse solcher Nachrichten.

Ist Ihr Computer befallen, hilft meist nur noch, Ihr Gerät komplett zu löschen und neu aufzusetzen, wie die Zeitschrift PC-Welt in ihrer Ausgabe 2/2019 schreibt.

Hoffentlich haben Sie dann ein Backup Ihrer Fotos, Schreiben und anderer persönlichen Daten! Wir richten Ihnen gern eine Datensicherung ein. Top

Weniger Spione in Ihrer Tasche (07.11.2018)

Die in dem nachfolgenden Beitrag "Spione in Ihrer Tasche" verlinkte Untersuchung aus Oxford erwähnte, dass eine vergleichbare Analyse des Verhaltens von "iPhones", den Smartphones von Apple, wenig ergiebig sei, denn es gibt keine gleichwertigen Analysemethoden für iOS-Apps. Dazu beträgt der Marktanteil von iPhones weniger als 20 %. Außerdem hat Apple in den letzten Jahren schon einige Schritte gegen Tracking durch Dritte unternommen und jetzt mit Einführung des Betriebssystems iOS 12 seinen Browser "Safari" weiter gegen solche Spionage gerüstet. Offenbar sind diese Maßnahmen wirksam, wie die Klagen der Werbewirtschaft belegen. Top

Spione in Ihrer Tasche (03.11.2018)

Benutzen Sie ein Handy mit dem Betriebssystem Android? Wahrscheinlich, denn 4 von 5 Smartphones laufen unter Android. Dann haben Sie wohl einen Spion in Ihrer Tasche. Dies ist das Untersuchungsergebnis einer Wissenschaftlergruppe in Oxford, GB. Über Ergebnisse dieser wissenschaftlich gründlichen Analyse berichteten kürzlich z. B. auch die FAZ, die deutschsprachige Website Wallstreet online oder der britische Independent.

Die Forscher untersuchten nahezu 1 Million Apps aus dem Google Play Store auf „Tracker“. Das sind in der jeweiligen App eingebettete Programmteile, die das Nutzerverhalten wie ein Spion beobachten und an einen dort definierten Empfänger senden. Die Abnehmer legen mit den ausspionierten Daten individualisierte Profile zur zielgenauen Beeinflussung an. Diese Datensammlungen werden meist ohne Wissen und Zustimmung der Nutzer erstellt.

Die Details der Untersuchung sind ernüchternd. In 90 % aller Apps war mindestens ein Tracker eingebaut, in 18 % sogar mehr als 20. 90 % der Empfänger der Nutzerdaten aus den untersuchten Apps sitzen in den USA. Auf den ersten sechs Rängen rangieren wenig überraschend die Google-Holding Alphabet und ihre Tochter-Firmen mit Abstand vor Facebook, Twitter sowie Verizon mit u. a. Yahoo, AOL, Flickr, gefolgt von Microsoft und Amazon. Diese Firmen kennen uns am Ende besser als wir uns selbst. So wird auch klar,

  • wie personalisierte Werbung arbeitet,
  • wie etwa „Echokammern“ funktionieren,
  • wie Facebook meine „Personen, die du kennen könntest“ bereits kennt,
  • wie Verhalten beeinflusst werden kann und auch bereits wird.

Erwartungsgemäß wird von Google die Seriosität der britischen Untersuchung angezweifelt und auf methodische Fehler der Forscher hingewiesen. Dies ist jedoch unwahrscheinlich, weil die Forscher selbst auf Schwierigkeiten bei der Datenerhebung hinweisen und ihre Methoden der Datenbeschaffung und -auswertung transparent darlegen.

Eine anderes Verfahren nutzt die Werbe-Software Silverpush: Hier werden im Ultraschallbereich Tonsignale abgestrahlt und von installierten Android-Apps empfangen und beantwortet. Damit lassen sich z. B. in Geschäften Bewegungsprofile und natürlich Nutzerprofile von Kunden anlegen. Forscher der TU Braunschweig haben in über 230 Android-Apps diese Verfolgungs-Programme entdeckt. Eingesetzt werden sie u. a. von Google, McDonalds, Nestlé.

In Deutschland setzen z. B. beliebte Websites wie Immobilienscout24, Computerbild, Chefkoch „Session Replay Scripts“ ein. Das ist eine weitere Methode, die ähnliche Ergebnisse beim Aufruf von Websites liefert. Hier greift die Datenschutzgrundverordnung der EU offensichtlich auch noch nicht.

Seit dem Datenskandal Facebook/Cambridge Analytica und der möglichen Wähler-Beeinflussung im US-Präsidentschaftswahlkampf sollten wir alle wachsam bei unaufgefordert zugestellten Nachrichten, vorsichtig beim Umgang mit den eigenen Daten und wählerisch bei der Nutzung von Apps sein. Top

Windows-10-Update "1809" wieder verfügbar (12.10.2018)

Das gemeldete Problem im aktuellen Windows-10-Upgrade ist behoben. Wen Einzelheiten interessieren, kann sie z. B. in der Zeitschrift "PC-Welt" nachlesen. Nach übereinstimmenden Berichten waren nur einige Anwender von dem gemeldeten Fehler betroffen. Wir werden die Aktualisierungen jetzt wieder aufnehmen. Top

Windows-10-Update "1809" vorerst gestoppt (09.10.2018)

Mehrere Medien berichten heute über mögliche Schwierigkeiten mit dem aktuellen Windows-10-Funktionsupdate auf die Version "1809", u. a. auch die Zeitschrift "com! Professional". Es soll bei Anwendern vorgekommen sein, dass Dateien nach dem Update nicht mehr gefunden wurden und möglicherweise gelöscht waren; sie ließen sich aber wieder herstellen. Wir haben bereits ca. 10 unterschiedliche Rechner ohne diese Beobachtung umgestellt. Die Lage ist unübersichtlich. Deshalb hat Microsoft die aktuelle Update-Version zurückgezogen, um die Situation zu klären und zu bereinigen. Solange werden wir auch keine weiteren Aktualisierungen vornehmen. Top

Sicherheits-Checkliste (27.09.2018)

Die renommierte Computer-Zeitschrift „c't“ hat in ihrer Ausgabe 20/2018 vom 15.09.2018 eine Sicherheits-Checkliste veröffentlicht, in der rund um den Internetzugang Einstellungsempfehlungen für PC, Handy, "Social Media", Browser, Router etc. gegeben werden. Sie können hier nützliche Anregungen lesen, bei deren bedarfsgerechten Umsetzung auf Ihren Geräten wir Sie gern unterstützen. Top

Windows-10-Funktionsupdate "1809" (04.09.2018)

Microsoft kündigt das nächste große Funktionsupdate für Windows 10 für Oktober an, so ein aktuelle Meldung in der Zeitschrift „com! professional“, sofern keine erheblichen Mängel auftauchen, die zu Verzögerungen führen wie im April dieses Jahres. Der reguläre "Patch-Day" wäre der 09.10.2018.

Es wird einige interessante Erweiterungen und neue Funktionen geben. Unsere bisherigen Erfahrungen mit den großen Funktionsupdates sind durchwachsen. Deshalb empfehlen wir Ihnen den Besuch unserer Beratungsstunden, um die Installation durchzuführen. Top

Googles Datenhunger ist unersättlich (28.08.2018)

Die Computerzeitschrift „com! professional“ meldet am 28.08.2018 in ihrem Online-Dienst, dass Google über seinen Browser „Chrome“ Nutzer auch dann ausspionieren kann, wenn der „Inkognito-Modus“ eingestellt worden ist. Dieses sogenannte „Tracking“ ist auch auf Websites möglich, die nicht von Google stammen.

Wir hatten schon lange die Vermutung, dass Google alles abgreift, was zu greifen ist, und deshalb auch vom Einsatz von Chrome abgeraten. Dieser Verdacht ist nun von Forschern in den USA bestätigt worden.

Ebenso ist nun auch bekannt geworden, dass Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android die Standortinformationen bis zu 340 Mal am Tag an das Unternehmen übermitteln, wenn Chrome im Hintergrund geöffnet ist. Der Privatmodus bietet also keine Vertraulichkeit. Im Internet ist nichts kostenlos; im Zweifel zahlt man mit seinen persönlichen Daten.

In den Beratungsstunden des Vereins erhalten Sie kostenlos Hinweise und Vorschläge, wie Sie unfreiwillige Datenübermittlung an Google, Microsoft und Co. reduzieren können. Top

Brauchen wir einen zweiten Virenscanner bei Windows 10? (28.08.2018)

Diese Frage stellt sich nach der Lektüre des Artikels „Weg mit dem Virenscanner!“ aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) vom 26.08.2018. Dort schreibt die FAS: „Zum Scannen von Dateien versuchen Virenschutzprogramme direkt in die Arbeitsweise des Browsers einzugreifen. Sicherheitslücken der Antivirensoftware machen auf diese Weise auch den Browser unsicher.“

Sie müssen abwägen, ob Sie sich diesen zusätzlichen Risiken weiterhin aussetzen wollen oder ob Sie „Defender“, dem in Windows integrierten Schutz, vertrauen. Wir besprechen diese Frage mit Ihnen gern umfassend. In unseren Beratungsstunden können Sie sich hierzu kostenlos informieren. Top

Kein Backup? – Kein Mitleid! (26.08.2018)

So lautet das Motto auf einem Turnbeutel, den die angesehene Computerzeitschrift „c't“ verkauft.

Ganz so herzlos sehen wir das nicht. Aber das Motto sollte ein Weckruf für alle sein, die wichtige Dokumente, unersetzliche Fotos oder andere Schätze auf ihrem Rechner speichern.

Wir erleben bei unseren Beratungen öfters, dass Daten versehentlich gelöscht werden oder durch einen Computerfehler im Nirwana verschwinden oder durch Viren zerstört werden. Wohl dem, der vorgesorgt und rechtzeitig für eine Sicherung der Daten gesorgt hat.

Der Verein PC-Hilfe 50+ berät Sie individuell über geeignete und regelmäßige Sicherungsmaßnahmen. Top